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Die Winterthurer Sozialfirma

Erfahrungsbericht

Als ich 2005 meine Arbeit als Isolierspengler aufgeben musste, wusste ich zunächst nicht, was ich in Zukunft machen will. Eine Bekannte von mir hat mir geraten, mich beim Läbesruum zu melden. Ein Jahr später wurde ich vom Zügel-Team angefragt, ob ich bei ihnen arbeiten wolle. Es gefiel mir auf Anhieb super: Das fast schon familiäre Verhältnis, der Zusammenhalt und die tägliche neue Herausforderung. Nach einem Jahr wurde ich bereits zum Einsatzleiter „befördert“! Während nahezu acht Jahren habe ich fast alles gemacht: Möbelmontagen, Klaviertransporte und vieles mehr. Ende 2013 meldete sich dann mein Rücken auf schmerzhafte Weise und sagte zu mir: „Mäse, du hast genug gezügelt!“

Ich wurde krank (Diagnose: Schwere Diskushernie) und wieder erwerbslos. Die Zeit ohne Tagesstruktur verging nur langsam. Ich wusste wieder einmal nicht weiter: Muss ich den Rücken operieren? Muss ich mich bei der IV anmelden? Wie geht es finanziell und im Alltag weiter? Alles Fragen, die mich schon 2005 beschäftigten. Aber unser Chef Urs Meier liess mich nicht im Stich und schuf eine Arbeitsstelle in seinem Büro. Auch diese Herausforderung nahm ich dankend an. Seit Januar 2014 arbeite ich am Bürotisch und offeriere Umzüge und Entsorgungen. Der Läbesruum finanziert mir einen Computerkurs. Ein verantwortungsvoller Job, mit dem es mir gelang, den Alkoholkonsum deutlich zu reduzieren. Mit 48 Jahren mache ich nochmals neue Erfahrungen, die mir bis zum heutigen Tage sehr gut gefallen.

 

Marcel Jones, Mitarbeiter im Taglohn